Geschichte und Historie: Wie die Kartoffel nach Deutschland kam
Während die Kartoffel in ihrer südamerikanischen Heimat schon sehr früh etwa im 3. Jahrhundert n.Chr. eine wichtige Rolle in der Ernährung spielte, ist sie vergleichsweise spät über Spanien, nämlich erst 1565 nach Europa gekommen.
1589 gelangte die Kartoffel durch den Botaniker Carolus Clusius erstmals nach Deutschland. Ihre Verbreitung verlief aber sehr langsam und in mehreren Schüben.
Ein Weg führte schon 1591 über Spanien und Italien nach Deutschland an den Hof des Kurfürsten Christian I. aus Sachsen. Auf einem anderen Weg über England nach Holland erreichte die Kartoffel 1620 deutsche Randgebiete. Die Kartoffel wurde in dieser Zeit eher als Zierpflanze betrachtet.
Der Weg der Kartoffel zum Nahrungsmittel und zur "Volksnahrung"
war beschwerlich und die Widerstände der Bevölkerung gegen die "Erdäpfel"
waren bis etwa 1756 groß, da die Anbaumethoden fremd waren und das Produkt
zunächst ungenießbar erschien.
Erst der „Alte Fritz“ Friedrich der Zweite von Preußen erkannte
die politische Bedeutung der Kartoffel.
In einer Zeit mit ständig wachsender Bevölkerung und mehrmaligen
Hungersnöten, Kriegswirren 1756-63 und durch Getreidemissernten war die Ernährung
der Bevölkerung schwierig. Als der Alte Fritz die Kartoffelfelder durch Soldaten
bewachen ließ erkannten die Preußen die Besonderheit dieser Knollen.
Fortan standen Sie der Knolle weniger skeptisch gegenüber. Die Kartoffel
wurde zum "Volksnahrungsmittel". Mit der industriellen Revolution im
19. Jahrhundert setzte ein regelrechter Kartoffelboom ein.